08.10.2026 in Allgemein

150 Jahre SPD- Karlsruhe in der Badnerlandhalle Bericht

 
Alexander Schweitzer und Danylo Moses

Wie angekündigt, hier der ausführliche Bericht zur 150-Jahr-Feier der SPD Karlsruhe:

 

Seit 150 Jahren engagieren sich Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Karlsruhe und seit 127 Jahren in Neureut. Der Festakt wurde musikalisch sehr passend umrahmt durch Liedermacher Rainer Markus Wimmer mit Titeln wie „Das Quäntchen Glück“ oder „Ja, ich träume“.

 

Die Partei, die ihren Namen nie gewechselt und sich nie von ihren Grundwerten verabschiedet hat, steht für Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie. Parsa Marvi, Mitglied des Deutschen Bundestages und als Kreisvorsitzender Gastgeber des Abends erinnerte bei seiner Begrüßung an Hanne Landgraf und Gerlinde Hämmerle als zwei prägende Karlsruher Sozialdemokratinnen und überlegte, was man in 25 Jahren über die SPD Karlsruhe sagen solle: „Sie standen auf der richtigen Seite“.

 

Nach Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup stehe die SPD Karlsruhe für Offenheit, Verantwortlichkeit und für internationale Solidarität. Aus der werteorientierten Tradition folge der Auftrag für eine werteorientierte Arbeit an der Zukunft. Dabei dürfe ein werteorientierter Patriotismus nicht gegen Sozialstaatlichkeit ausgespielt und der parteibasierte Patriotismus nie in Frage gestellt werden. Landesvorsitzende Isabél Cademartori überbrachte ihre Glückwünsche an die Karlsruher SPD und sieht sie als Wiege und Labor der badischen Sozialdemokratie, auch heute noch mit Modellen wie dem Karlsruher Pass, den Gemeinschaftsschulen, Wohnungslosenhilfe, der Volkswohnung und dem erfolgreichen Kampf der Sozialdemokraten um den Hardtwald. SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Sascha Binder sieht die Weltoffenheit Karlsruhes auch darin, dass er als Schwabe gratulieren dürfe und betont, die Sozialdemokratie sei nicht nur durch Protest stark, sondern durch Handeln in Verantwortung. Festredner Alexander Schweitzer, stellvertretender Bundesvorsitzender, Fraktionsvorsitzender im Landtag und früherer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz schlug in seiner Rede den Bogen von der Geschichte der Sozialdemokratie zu ihren Aufgaben für die Zukunft mit Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit. Vor 150 Jahren ging ein Sozialdemokrat das Risiko ein, ins Gefängnis zu kommen und seine Arbeit zu verlieren. Die Sozialdemokraten stimmten als einzige Reichstagsfraktion gegen die Ermächtigungsgesetze Hitlers unter Gefahr für ihr Leben wie der Karlsruher Reichstagsabgeordnete Ludwig Marum, ohne Sozialdemokraten hätte es keinen 8-Stunden-Tag, weiterhin Kinderarbeit, kein Frauenwahlrecht und etliche weitere soziale Errungenschaften nicht gegeben. Es brauche für die Zukunft Mut zum Streit für bessere Lösungen, soziale und keine neoliberal und kapitalistisch geprägten Reformen, ein Aufstiegsversprechen unabhängig vom Elternhaus und ein gerechtes Steuersystem. Man müsse den Menschen, die sich abgewandt haben, ein Angebot machen, das sie auf den Weg zurück zur Demokratie führt. Europaabgeordneter Prof. Dr. René Repasi betont in seinem Schlusswort, Karlsruhe habe eine besondere Europatradition mit dem Beschluss 1925 bei dem Parteitag in Heidelberg zu den Vereinten Nationen in Europa und auch heute mit der Landesvereinigung „Baden in Europa“ e.V., deren stellvertretender Vorsitzender der Neureuter Ortschaftsrat Harald Denecken ist. Europa sei eine Friedensversicherung und könne auch Big Tech in die Schranken weisen. 150 Jahre SPD Karlsruhe erfüllen mit Ehrfurcht vor dem Erreichten und weisen einen Auftrag für die Zukunft.

 

Ortsvereinsmitglied Danylo Moses überbrachte Alexander Schweitzer die Grüße seiner Mitschülerinnen und Mitschüler am Neureuter Gymnasium.

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